“Lasst Blumen sprechen” ist ein geflügeltes Wort und bringt auf den Punkt, was farbenfrohe Blütenpracht auszudrücken vermag. Schon in der Antike nutzten Ägypter, Griechen und Römer kunstvolle Gebinde zum Ausdruck ihrer Gefühle bei Ereignissen, wie Geburt, Geburtstag, Eheschließung oder Tod. Zu gesellschaftlichen Anlässen und Zeremonien jeglicher Art untermalten die dekorativen Elemente aus der Natur still und stimmungsvoll alle möglichen Feierlichkeiten. Diese lange Tradition hat sich bis in unsere Zeit erhalten. Wer seine eigene Umgebung mit Blumen verschönert oder Blumen zum Anlass nimmt, um anderen eine Freude zu bereiten, gilt als gefühlsbetont, anteilnehmend und bisweilen romantisch.
In der Floristik wird mittels unterschiedlicher Bindetechniken das Arrangieren von Blumen bis zur Perfektion gebracht. Entsprechend der Jahreszeit entstehen so kunst- und liebevoll gesteckte Sträuße, bisweilen bis hin zu kleinen oder größeren floralen Kunstobjekten. Der anerkannte Ausbildungsberuf des Floristen lehrt eines der schönsten Handwerke überhaupt: Wer die Gesteck- oder Kranzbindung, den Hochzeitsstrauß oder die Trauerfloristik mit Blumen und Pflanzen beherrscht, wird für seine zauberhaften Kreationen mit anerkennenden Blicken der Kundschaft belohnt.
Vielen Blumen ist über die Jahrhunderte hinweg eine eigene Bedeutung zugekommen. Wohl jeder weiß, dass rote Rosen der klassische Liebesbeweis sind. Umgekehrt stehen weiße Blumen in unseren Kulturkreisen allgemein für eine Symbolik des Todes. Doch zwischen roter Rose und weißer Lilie liegen sehr viele florale Nuancen der Ausdrucksmöglichkeit. Und die sind den Floristik Fachkräften als Blumensprache bekannt. Wer also nicht weiß, für was Alster, Flieder, Gladiole, Maiglöckchen, Tulpe, Veilchen & Co stehen, sollte sich Rat im Blumenfachhandel oder einem Blumen-Knigge holen.